Wissenswertes rund um Whisky

Wissenswertes rund um Whisky

König der Destillate

Whisk[e]y gilt international als der (zwar ungekrönte) König der Destillate.

Kein anderes durch Destillation gewonnenes Getränk ist derart von Mythen umgeben und sagenumwoben.

Was ist aber am Whisk[e]y so besonders, ist er doch eigentlich nichts anderes als ein durch Destillation aus einer Art Bier gewonnener Getreideschnaps.

Und trotzdem ist er – oder vielleicht gerade deshalb – eines der wunderbarsten Getränke.

Was ihn von den anderen Destillaten stark abhebt, ist die ausserordentliche Vielfalt an Geschmacks-Richtungen, welche dem Geniesser und Liebhaber zur Auswahl stehen.

Und diese Auswahl ist unglaublich vielfältig! Der Liebhaber kann allein schon bei den schottischen Whiskys aus unglaublich vielen Sorten mit ebenso vielen unterschiedlichen Aromen und Geschmäckern auswählen.

Doch es gibt ja nicht nur die schottischen Whiskys! Da sind auch noch die Whiskeys aus Irland (respektive Nordirland) und die Whiskys aus den verschiedenen Provinzen Kanadas in ebenfalls unterschiedlichen Arten. Und da existieren auch noch die Bourbon Whisk[e]ys aus Kentucky, die Tennessee- und sonstigen Whiske[y]s aus den USA und all die anderen Whisky- und Whiskey-Sorten, welche rund um den Globus hergestellt werden.

Für den Genuss spielt es überhaupt keine Rolle, in welcher Stimmung man sich gerade befindet. Man findet immer einen passenden Whisk[e]y. Und was wichtig ist: Eine negative Stimmung wird sich immer in eine Positive verändern. Zumindest wird dies in einer alten schottischen Weisheit behauptet. (Und schottische Weisheiten stimmen immer . . .!)

Whisky oder Whiskey

Warum aber einmal "Whisky" und einmal "Whiskey"?

Whisky – ohne "e" – werden die Destillate aus Schottland und Kanada genannt.

Diejenigen aus Irland und den USA schreiben sich – mit einigen wenigen Ausnahmen – Whiskey (mit einem "e").

Das Wort selbst stammt von "uisge beatha" (schottisch) oder "uisce beatha" (irisch-gälisch). Beides bedeutet Wasser des Lebens und ist eine Übersetzung des lateinischen "aqua vitae", aus welchem zum Beispiel ebenfalls das französische "eau-de-vie" oder das skandinavische "Aquavit" abgeleitet wurden.

Der Ausdruck Whisk[e]y entstammt einer "Interpretation" – um nicht zu sagen: Verschandelung oder Verhunzung, denn um eine solche handelte es sich eigentlich – durch die Engländer, welche der gälischen Sprache nicht mächtig waren und schottische Ausdrücke "abänderten".

Zuerst benutzten sie eine Zwischenform "usquebaugh" (sprich uisgibaff), bevor sie nur noch den ersten Teil des Wortes benutzten. Aus diesem wurde "uisge", "usky", "uisky" und schlussendlich das heute gebräuchliche Whisky.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Whisky auch in Irland ohne den unterscheidenden "e" geschrieben. Dann begannen einige Destillerien in Dublin, ihre Produkte Whiskey zu nennen. Sie wollten sich so von der Konkurrenz aus Schottland unterscheiden.

In den USA gibt es immer noch beide Schreibweisen.

Normalerweise schreiben jedoch heute die Schotten und die Kanadier "Whisky", die Iren und die meisten Amerikaner bevorzugen "Whiskey". Der Rest der Welt orientiert sich an der Schreibweise desjenigen Whisk[e]y-Typs, welcher in den Destillerien der betreffenden Länder nachzumachen versucht wird.

Ein wenig Geschichte

Das heutige Wort Destillation stammt vom lateinischen "destillare" (herabträufeln, abtropfen).

Die ersten Destilliervorrichtungen dienten nicht der Erzeugung von alkoholischen Getränken. Mit ihrer Hilfe wurden Riech- oder Duftstoffe für die Damen der Gesellschaft produziert.

Die Erfindung der Destillation wurde also durch die holde Weiblichkeit ausgelöst.

Die ältesten bei archäologischen Ausgrabungen aufgefundenen Destilliertöpfe stammen aus Mesopotamien (dem heutigen Irak).

Ihr Alter wird auf ungefähr 5500 Jahre geschätzt. Sie bestanden aus einem Gefäss mit einem Deckel. An diesem schlug sich beim Erhitzen die durch das Verdampfen kondensierte Flüssigkeit nieder.
Damit diese Flüssigkeit nicht wieder ins Gefäss zurücktropfte, verwendete man im Deckel Wollebäuschel, welche die Flüssigkeit aufsogen. Diese wurden über den Gefässen, in welchen dann die Destillate aufbewahrt werden sollten, ausgepresst.

So gewann man mit Hilfe einer primitiven Apparatur ätherische Öle, das heisst Riech- und Duftstoffe.

Die Ägypter entwickelten die Technologie weiter. Sie kannten schon den später auch durch die Griechen eingesetzten Destillierhelm (griechisch "ambix"; lateinisch "alembicus", arabisch "al-an-biq").